Glossar A-J

Springe zu A B C D E F G H I J

A

Abgang: auch Abklang, Finale, Nachhall oder Länge, bezeichnet die Dauer des am Gaumen haftenden Aromas, nachdem der Wein heruntergeschluckt wurde. Je länger ein harmonischer Abgang anhält, desto hochwertiger ist der Wein.

Agraffe nennt man die Drahtkonstruktion, die einen Sekt- oder Champagnerkorken im Flaschenhals festhält. 

Alte Reben (franz. Vieilles Vignes) bringen einen geringen Ertrag, dafür aber meist eine höhere Qualität. Daher werden bestimmte Parzellen mit alten Reben gerne separat ausgebaut und vermarktet. Gesetzlich ist dieser Begriff nicht geschützt, deshalb bleibt es der Definition jedes Winzers überlassen, wie alt die Reben tatsächlich sind. Im Allgemeinen versteht man darunter Reben, die mindestens 40 Jahre alt sind, oft auch viel älter.

Atkin, Tim: englischer Weinautor und Träger des anspruchsvollsten Titels der Weinbranche: "Master of Wine". Neben der eigenen Webseite verfasst Atkin auch zahlreiche Artikel und Kolumnen, z.B. in den wichtigsten englischen Tageszeitungen.

Ausbau bezeichnet die Zeitspanne nach der Vergärung des Weines bis zur Abfüllung, in welcher der Wein in weiter gelagert, bzw. ausgebaut wird. Je nach Stilistik des Weines geschieht das üblicher Weise in Holzfässern, Stahltanks, Betontanks oder, wie neuerdings wieder beliebter, in Amphoren. Man unterscheidet zwischen reduktivem Ausbau, bei dem eine Oxidation des Weines so weit wie möglich verhindert wird und oxidativem Ausbau, bei dem der Wein bewusst mit Luft in Kontakt kommt. Beispiele für letztere Variante sind Sherry oder Vin Jaune aus dem Jura.

Ausbruch ist eine Süßweinspezialität aus dem Burgenland in Österreich. Aus überreifen, teilweise geplatzten  „ausgebrochenen“ Beeren wird dieser hoch konzentrierte Süßwein hergestellt. Er muss ein Mostgewicht von mindestens 138° Oechsle, bzw. 27° KMW aufweisen und liegt damit zwischen Beerenauslese und Trockenbeerenauslese.

Auslese bezeichnet die 3. Höchste Prädikatsstufe in Deutschland und Österreich. Auslesen werden aus vollreifen oder teilweise von Edelfäule befallenen Trauben hergestellt. Auslesen sind meist süß, vereinzelt findet man aber auch die nicht mehr sonderlich populäre Angabe „Auslese trocken“ auf Etiketten. 

AOP (seit 2009, früher AOC) Abkürzung für Appellation d’Origine Protégée (früher Contrôlée) ist eine geschützte Herkunftsbezeichnung für französische Weine, deren Produktionsvorschriften und Rebsorten genau vorgegeben sind und kontrolliert werden. Dies soll die typischen geschmacklichen Eigenschaften eines Weines aus einer bestimmten Region garantieren. Die AOP kann regional gelten (z.B. Bordeaux AOP) oder kommunal (z.B. Pomerol AOP) oder eine Lage mit Klassifikation schützen (z.B. Saint-Emilion Grand Cru Classé AOP). Je enger die Herkunft definiert ist, desto besser ist bzw. sollte der Wein sein.
 

B

Barbera ist eine Rotweinrebsorte, die vermutlich aus dem Piemont stammt, wo sie bereits im 13. Jahrhundert erwähnt wurde. Sie ist die am drittmeisten angebaute Rotweinsorte Italiens und hat sich auch in vielen außereuropäischen Anbaugebieten eine Nische gesichert. Der Barbera neigt zu exzessiven Erträgen und sauren Weinen, wenn man ihn nicht rigoros zurückschneidet, bei ordentlicher Pflege kann er aber komplexe Spitzenweine ergeben, die auch über ein beachtliches Lagerpotenzial verfügen können.

Barrique: bezeichnet im Allgemeinen ein 225L Holzfass. Ursprünglich war das Barrique ein reines Transportgefäß für die Verschiffung der Weine aus Bordeaux, heute dient es primär als Reifestätte für den Weinausbau.  Das edelste Eichenholz für diese Fässer stammt aus Frankreichs Wäldern wie dem Limousin, Allier, Nièvre und Tronçais. Sehr beliebt für wuchtigere Weine ist auch das amerikanische Eichenholz, das ein intensiveres Aroma abgibt. Darüber hinaus beeinflussen die Intensität der  Toastung und das Alter des Fasses und die Lagerdauer den Geschmack des Weines. Die Kunst des Kellermeisters besteht in der perfekten Abstimmung der Fassarten auf die Weinsorte und den Charakter des Jahrgangs. Das Wort Barrikade stammt übrigens von Barrique ab, da die mit Erde gefüllten Fässer in der Revolution von 1830 als Straßensperren dienten! 

Beerenauslese (kurz BA) ist die zweithöchste Prädikatsstufe im Deutschen Weingesetz. Wie die Trockenbeerenauslese sind die Trauben hier von der Edelfäule befallen. Je nach Anbaugebiet und Rebsorte ist ein Mindestmostgewicht von 110 bis 128° Oechsle vorgeschrieben. In Österreich muss eine Beerenauslese mindestens 25 KMW bzw. 127° Oechsle haben.

Blaufränkisch ist siehe hier: Blaufränkisch

C

Cabernet Franc siehe Rebsortenseite hier: Cabernet Franc

Cabernet Sauvignon - siehe hier: Cabernet Sauvignon

Canaiolo ist eine spät reifende rote Rebsorte, die vorwiegend in Mittelitalien zu finden ist. Canaiolo hat eine intensive Farbe und neigt ein wenig zur Bitterkeit, deshalb wird eigentlich immer als Verschnittpartner mit anderen Reben verwendet, vor allem dem Sangiovese, wie z.B. im Chianti oder im Vino Nobile di Montepulciano.

Carignan (span. Cariñena) stammt aus dem spanischen Ort Cariñena, wo sie inzwischen aber keine Rolle mehr spielt. Die ertragreiche und recht farbintensive Rotweinebe hat ihre größte Verbreitung heute in Südfrankreich, Spanien und Algerien. Aromatisch ist sie eher schlicht, weshalb ihr Anbau auch stark rückläufig ist, trotzdem sind immer noch riesige Flächen mit ihr bestockt. Aus sehr alten Reben und bei entsprechend geringem Ertrag entstehen aus Carignan aber durchaus komplexe und kraftvolle Weine, wie vor allem das spanische Priorat beweist, allerdings meist nur als Cuvée-Partner anderer Reben wie Grenache Noir, Syrah oder Cabernet Sauvignon.

Cava ist die Bezeichnung für spanischen Sekt, der wie Champagner oder Crémant mittels Flaschengärung hergestellt wurde. Hierfür sind die Rebsorten Parellada, Xarel-lo, Macabeo Subirat, Chardonnay und Pinot Noir zugelassen, für die Cava rosados zusätzlich auch Monastrell und Garnacha Tinta. 159 Gemeinden haben das Recht ihre Schaumweine als Cava zu verkaufen.

Chablis ist die nördlichste AOC-Gemeinde des Burgunds, hier werden auf rund 4.500 Hektar ausschließlich Weißweine aus der Chardonnay-Rebe produziert. Die Qualitäten beginnen beim meist belanglosen Petit Chablis, dann folgt der Chablis AOC, 40 Einzellagen sind als Premier Cru eingestuft, die 7 besten Lagen als Grand Cru. Je nach Philosophie des Weinguts wird Chablis im Barrique oder im Stahltank ausgebaut. In beiden Fällen entsteht ein betont eleganter und mineralischer Wein, der je nach Jahrgang auch ein merkliches Säuregerüst haben kann. 

Chardonnay siehe Rebsortenseite hier: Chardonnay 

Châteauneuf-du-Pape, benannt nach der gleichnamigen Gemeinde , dem einstigen Sommersitz der Päpste von Avignon, ist der berühmteste Wein der südlichen Rhône.  Die meisten Rotweine basieren auf der Grenache Noir Rebe in Verbindung mit weiteren Sorten, von denen ganze 10 für den Rotwein und weitere 6 für den raren Weißwein zugelassen sind. Mit Spielarten dieser Reben sind es insgesamt sogar 22 Sorten. Eine einmalige Vielfalt unter den französischen AOP-Gebieten. Roter Châteauneuf-du-Pape, auf den 93% der Produktion entfallen, ist ein betont voluminöser, alkoholreicher und säurearmer Wein mit Würze und Kraft. 10 Jahre Flaschenreife sind für einen traditionell bereiteten Châteauneuf-du-Pape kein Problem, erstklassige Exemplare entwickeln sich auch 20-30 Jahre vorzüglich. Der Barriqueausbau ist beim Châteauneuf eher unüblich, das der Grenache Noir im Holz zur Oxidation neigt.  

Chenin Blanc ist eine weiße Edelrebe von der Loire, die sich weltweit verbreitet hat. In Südafrika ist sie unter dem Namen „Stehen“ die meist angebaute Weißweinrebe. Bei strikter Ertragsbegrenzung ergibt der Chenin Blanc charaktervolle und hochklassige Weine, gleichermaßen trocken wie auch edelsüß, da sie für Edelfäule/Botrytis anfällig ist. Auch als Schaumwein, wie beim Cremant de Loire, liefert sie exzellente Ergebnisse. Die besten Chenin Blanc Weine, wie Anjou, Vouvray, Savennieres oder Saumur, können teilweise sehr gut altern. Charakteristisch ist dabei ihr Birnenaroma. 

Côtes-du-Rhône ist hinsichtlich der Menge und Qualität einer der wichtigsten AOP-Weine Frankreichs. Der Löwenanteil entfällt dabei auf Rotwein von der südlichen Rhône. Weit kleinere Mengen entfallen auf Rotweine der nördlichen Rhône und auf die Produktion von Rosé und Weißwein. Die bedeutendsten roten Rebsorten sind Grenache Noir, Carignan, Cinsault, Counnoise, Mourvedre und Syrah, die meist als Cuvée verwendet werden. Gemeinden mit besonders gutem Terroir dürfen den Wein als Côtes-du-Rhône Villages deklarieren. Der rote  Côtes-du-Rhône  ist ein saftiger, würziger und weicher Wein, der keine Flaschenreife benötigt und daher jung getrunken werden kann. Das Preis-Genuss-Verhältnis ist hier in der Regel sehr gut.

Crémant ist seit 1994 die geschützte Bezeichnung für französische Schaumweine aus bestimmten Regionen, die nach dem Flaschengärverfahren hergestellt wurden. Der Name der Region wird angehängt, also zum Beispiel Crémant de Bourgogne. Weitere bekannte Crémants kommen von der Loire, dem Elsass, Bordeaux, Jura oder dem Limoux im Languedoc. Als Besonderheit dürfen auch Schaumweine aus Luxembourg und Belgien diese Bezeichnung tragen. 

Cuvée hat seinen Ursprung im französischen Wort Cuve (=Gärbehälter). Unter Cuvée versteht man im Deutschen einen Verschnitt, meist die Zusammensetzung verschiedener Rebsorten, manchmal auch Lagen, Jahrgänge oder auch nur verschiedener Fässer gleicher Herkunft. In Frankreich wird das hingegen als Assemblage bezeichnet. Nur das fertige Produkt nennt man dort Cuvée. 
 

D

DAC – Districtus Austriae Controllatus steht als Gütezeichen für die kontrollierte Herkunft einzelner Weinbaugebiete Österreichs, die an regionaltypische Rebsorten und Ausbauarten geknüpft ist. Im Jahr 2003 trat mit der Weinviertel DAC die erste dieser kontrollierten Herkunftsbezeichnungen in Kraft. Im Laufe der Zeit kamen die DACs mit der Bezeichnung Eisenberg, Kamptal, Kremstal, Leithaberg, Mittelburgenland, Neusiedlersee, Traisental, und der Wiener Gemischter Satz. Der Hintergedanke ist nach französischem Vorbild, den Charakter der Herkunft über den der Rebsorte zu stellen. Ziel ist es, das typische Geschmacksbild der einzelnen Region beim Verbraucher zu schärfen und die Herkünfte als „Marke“ zu etablieren.

Dekantieren: darunter versteht man das vorsichtige Umfüllen (am besten über einer Lichtquelle) eines Weines von der Flasche in eine Karaffe. Dies dient vorrangig einmal zum Trennen von Wein und Depot (Ablagerungen in der Flasche). Weitere Zwecke können das Belüften des Weines sein um diesen „atmen“ zu lassen. Das kann sinnvoll sein, um den Wein abzurunden und weitere Aromen freizusetzen. Bei sehr alten Weinen kann aber auch die Gefahr bestehen, dass der Wein durch den intensiven Luftkontakt zusammenbricht.

Depot:Ablagerungen im Fass/Tank oder in der Flasche. Diese können aus Weinstein, Farb- und/oder Trubstoffen bestehen. Da diese Stoffe beim Trinken als unangenehm empfunden werden, empfiehlt es sich, Flaschen mit Depot zu dekantierten, damit das Depot beim Ausschenken nicht aufgewirbelt wird. 

DIAMist ein neu entwickelter Korken für Weinflaschen. Zur Herstellung wird Korkeiche gemahlen und mit Kohlendioxid gereinigt, so dass Korkschmecker ausgeschlossen sind. Mikrosphären und ein für Lebensmittel geeignetes Bindemittel „verkleben“ das Korkmehl. Der Korken wird nun in Form gebracht und unter Dampf erhitzt. Den Diam-Korken gibt es in verschiedenen Dichten, Diam 5 entspricht in etwas einem Naturkorken, höhere Zahlen sind dichter, also eher wie ein Schraubverschluss. Der Hersteller prognostiziert für einen „Diam 10“ zum Beispiel mindestens 10 Jahre Haltbarkeit. Diam-Korken sind derzeit stark auf dem Vormarsch.

Dosage: den durch das Entfernen der Hefe entstandenen Verlust in der Champagnerflasche ergänzt man vor dem endgültigen Verschließen der Flasche durch die sogenannte Dosage. Durch diese wird auch der Zuckergehalt im fertigen Schaumwein definiert. 

 

E

Edelfäule (Botrytis Cinerea) ist durch einen Pilz verursacht, der die Trauben idealer Weise im hochreifen Zustand befällt, die Beerenhaut durchlöchert und dadurch das Wasser in der Beere verdunsten kann. Das Ergebnis sich hoch konzentrierte Süßweine, wie Beeren- und Trockenbeerenauslesen, Ausbruch oder der Sauternes.

Eiswein wird aus am Rebstock gefrorenen Beeren hergestellt. Die Außentemperatur bei der Ernte muss dazu minus 7° oder kälter  sein. Sofort nach der Ernte wird das gefrorene Lesegut gepresst. Ein hoch konzentrierter Saft ist das Ergebnis, da ein Teil des in der Beere enthaltenen Wassers als Eis in der Presse zurückbleibt. Eisweine müssen je nach Anbaugebiet mindestens 110 bis 128° Oechsle haben, also dem Mindestmostgewicht einer Beerenauslese entsprechen. Eisweine haben oft eine höhere Säure als Beeren- und Trockenbeerenauslesen und werden im Gegensatz zu diesen aus gesundem Lesegut, also ohne Edelfäule gewonnen. Neben Deutschland werden in Kanada die größten Mengen Eiswein gekeltert.
 

F
Falstaff ist ein Wein- und Gourmetmagazin aus Österreich, das seit 2010 auch in Deutschland erscheint, 2014 kam die Schweizer Ausgabe dazu. Darüber hinaus gibt es auch den einmal im Jahr erscheinenden Falstaff Wein Guide für Österreich & Südtirol, sowie eine Ausgabe für deutsche Weine. Falstaff bewertet Weingüter nach einem 5-Sterne System und einzelnen Weine nach der 100 Punkte-Skala.

Federspiel ist eine Qualitätsstufe der Winzervereinigung Vinea Wachau Nobilis Districtus und darf nur von deren Mitgliedern auf den Etiketten verwendet werden. Federspiel-Weine haben zwischen 11,5 und 12,5% Alkohol und sind klassisch trocken, also mit maximal 4g Restzucker pro Liter ausgebaut. Federspiel ist der Mittelbau in der Hierarchie, darunter ist die Steinfeder, darüber der Smaragd.

Feinhefelagerung nennt man die Weinbereitungsmethode, bei der nach der Gärung im Wein schwebende Hefeteilchen erst einmal nicht herausgefiltert werden, sondern zusammen mit dem Wein im Tank oder Fass verbleiben. Diese Methode, im französischen als „sur lie“ bekannt, wurde schon von den Römern angewandt und ist im heutigen Weinbau wieder sehr populär. Sie verleiht dem Wein mehr Aroma und eine feine Hefenote. Feinhefelagerung wird vorwiegend bei Weißweinen angewandt, traditionelles Beispiel ist der Muscadet „sur lie“, der die Herstellungweise sogar auf dem Etikett trägt.

Finale: siehe Abgang

Flaschengärung bezeichnet ein Verfahren zur Herstellung von Schaumweinen, bei dem die zweite Gärung, die der Herstellung des Schaumes (Mousseux) dient, in der Flasche stattfindet. Diese Methode stammt aus der Champagne und ist für die Herstellung von Champagner, Crémant und Cava vorgeschrieben. Auch viele hochwertige deutsche und österreichische Winzersekte werden in diesem aufwändigen Verfahren mit viel Handarbeit hergestellt. Der Sektgrundwein wir dafür mit Hefe und Zucker versetzt, wodurch die Gärung in Gang gesetzt wird. Nach Ende der Gärung werden die Flaschen in sogenannten Rüttelpulten gedreht, damit sich die Hefe am Flaschenhals absetzt und entfernt werden kann. 

Füllstand: bei alten Weinen (20+ Jahre) kommt es häufig zu einem gewissen Schwund in der Flasche. Daher werden beim Verkauf der Flaschen die Füllstände angegeben. Bei Schlegel- und Burgunderflaschen benennt man die Fehlmenge unterhalb des Korkens in Zentimetern, bei Bordeauxflaschen orientiert man sich an der Flaschenform, daher sind die englischen Bezeichnung „high fill“, „into neck“, „top-shoulder“, „mid shoulder“ oder „low-„ und „below shoulder“ u.a. üblich. Als Faustregel gilt: je schlechter der Füllstand, desto wahrscheinlicher ist der Wein verdorben.
 

G
Gabriel, René ist ein Weinjournalist aus der Schweiz, Buchautor (Bordeaux total), Gründungsmitglied der Zeitschrift „Weinwisser“ und Betreiber zweier Webseiten, auf denen er seine Weinnotizen veröffentlicht. Sein Einfluss im deutschsprachigen Raum ist nicht unbedeutend. Gabriel bewertet nach dem 20 Punkte System, wobei er auf 0,5er Schritte verzichtet.

Gamay = Beaujolais. Selten ist eine Rebe in einer Region derart dominant wie der Gamay im Beaujolais. 90% der Fläche sind dort mit Ihr bestockt. Es entstehen meist fruchtige Rotweine aus ihr, die in der Regel eher jung genossen werden sollten. Aus den 10 Crus de Beaujolais werden mitunter auch relativ lang haltbare, ernsthafte und komplexe Weine gewonnen, besonders die aus Fleurie, Morgon und Moulin-A-Vent. Im Burgund wird der Verschnitt aus Pinot Noir und Gamay Bourgogne Passetoutgrains genannt, die gleiche Cuvée heißt im Wallis „Dôle“. 

Gambero Rosso ist der Name eines italienischen Verlags, der mit dem Buch „Vini d’Italia“ seit 1988 den bekanntesten Weinführer italienischer Weine herausgibt. Die Bewertungsskala geht von null bis 3 Gläsern (ital. Tre bicchieri). Es erscheint auch jährlich eine deutschsprachige Ausgabe davon.

Gault Millau ist ein seit 1993 jährlich erscheinender Weinguide, der als Ableger des gleichnamigen Restaurantführers entstand. Weingüter werden von 0 bis 5 Trauben bewertet, einzelne Weine (ca. 7.000 in der deutschen Ausgabe) im 100 Punkte System. Die Weine werden nicht verdeckt probiert, die Tester wissen also, was sie verkosten.

Gemischter Satz ist die Bezeichnung für eine mit verschiedenen Rebsorten bepflanzte Rebzeile, die zusammen gekeltert werden. Früher war diese Art der Bepflanzung sehr verbreitet, um durch die unterschiedlichen Austrieb- und Reifezeitpunkte gegen Missernten gewappnet zu sein. Im Anbaugebiet Wien hat man aus dieser Tradition ein Alleinstellungsmerkmal gemacht. Der Gemischte Satz aus Wien hat seit ein paar Jahren den DAC-Status! Er muss aus mindestens drei Rebsorten bestehen, wobei keine der Sorten über 50% ausmachen darf.

Gerbstoff - siehe Tannin

GG – Grosses Gewächs bezeichnet die höchste Qualitätsstufe trockener Weine im VDP. Sie stammen aus den besten Lagen Deutschlands, die beim VDP als Große Lage klassifiziert sind. Der Riesling ist in allen Anbaugebieten außer der Ahr als Grosses Gewächs zugelassen, Spätburgunder in fast allen, außer Nahe und Mosel-Saar-Ruwer. Daneben sind Weiß- und Grauburgunder, Chardonnay (nur Baden) Frühburgunder, Silvaner Traminer und Lemberger in einzelnen Anbaugebieten zugelassen, in denen sie mehr oder weniger typisch sind. Große Gewächse sind gehaltvolle Spitzenweine, die in der Regel auch lange lagerfähig sind. Die Weißweine werden frühestens ab dem ersten September des auf die Ernte folgenden Jahres zum Verkauf freigegeben, die Roten noch ein Jahr später.

Grauburgunder, siehe Rebsortenseite hier: Grauburgunder

Graves ist der Name eines Weinbaugebietes südlich der Stadt Bordeaux. Der beste Teil des Graves hat die eigene Appellation Pessac-Léognan. Dort liegen auch alle Cru Classé wie die Châteaux Haut-Brion, la Mission-Haut-Brion, Domaine de Chevalier, de Fieuzal, Haut-Bailly, Château Malartic-Lagravière und Smith-Haut-Lafitte, um nur einige zu nennen. Neben seinen Rotweinen ist das Graves auch für seine trockenen Weißweine berühmt, die bei den Cru Classé meist nur einen kleinen Teil der Produktion ausmachen und in der Regel teurer verkauft werden als die Roten. Im Graves sind rund 3.500 Hektar Reben gepflanzt.

Grenache Blanc ist die weiße Spielart des Grenache Noir, die hauptsächlich in Südfrankreich und Nordostspanien verbreitet ist. Sie ergibt säurearme und körperreiche Weißweine, die sich auch gut im Barrique ausbauen lassen. Grenache Blanc ist auch die wichtigste Sorte im weißen Châteauneuf-du-Pape

Grenache Noir (Rotweinrebe) siehe Rebsortenseite hier: Grenache Noir

Grüner Veltliner: siehe Rebsorten-Seite hier: Grüner Veltliner

H

Handlese nennt man die Weinernte, die nur von Menschenhand ausgeführt wird, also ohne den Einsatz von Erntemaschinen. Diese kostenintensive Art der Ernte wird in unseren Breiten nur bei sehr hochwertigen Weinen angewandt, bei denen der zu erwartende Verkaufserlös diese Maßnahme auch möglich macht, bzw. in für Maschinen unzugänglichen Steillagen. Letztlich ist die Lese von Hand nach wie vor die schonendste und qualitativ hochwertigste Art der Ernte.
 

I

IGP (seit 2009, früher Vin de Pays, als Übergangslösung bis 2014 erlaubt): Abkürzung für Indication Géographique Protégée, ist eine geschützte geografische Angabe, hierarchisch unter den AOP-Weinen angesiedelt. Diese garantiert die Herkunft des Weines, ohne aber die strengen Reglementierungen der AOP. So kann ein Winzer, der zum Beispiel andere als die traditionellen Rebsorten anbauen möchte, auf die Bezeichnung IGP zurückgreifen. IGP Weine müssen daher nicht automatisch schlechter sein als AOP-Weine. IGP ist nur in Verbindung mit der Region, z.B. Val de Loire IGP, zulässig und darf im Gegensatz zur AOP regional nicht enger gefasst werden.
 

J

Jahrgang das Jahr in dem der Wein gewachsen ist (in der südlichen Hemisphäre stimmt das nicht ganz, da der Vegetationszyklus dort über den Jahreswechsel hinausgeht, dort ist es das Erntejahr). Der Winzer spricht von einfachen und schwierigen bzw. arbeitsintensiven Jahrgängen. Die Presse definiert eher schlechte oder mittlere Jahre bis hin zu Jahrhundertjahrgängen, das klingt spektakulärer. Nicht vergessen sollte man jedoch: ein guter Winzer macht in einem schwierigen Jahr einen besseren Wein als ein schlechter Winzer in einem „Jahrhundertjahrgang“. 
 

Durch die Nutzung unserer Webseite stimmen Sie dem Gebrauch von Cookies zur Verbesserung dieser Seite zu. Diese Nachricht Ausblenden Für weitere Informationen sehen Sie bitte unsere Datenschutz-Erklärung. »