Pomerol & Saint-Emilion Verkostung

Pomerol & Saint-Emilion Verkostung

Weinprobe: Saint Emilion & Pomerol im Munich Wine Club September 2015

Vielen Dank an Thomas und Marina vom Munich Wine Club für die Organisation der tollen Probe und die leckeren Häppchen.

 

 

Hier meine Probennotizen vom 25.09.2015:

 

2012 Château Figeac, St.-Emilion 1er Cru Classé: dunklere Farbe, violett. Feines Holz, saubere Frucht völlig ohne grüne Noten. Guter Druck, recht lang, zart und geschmeidig, hat nicht die letzte Kraft und Tiefe, schmeckt auch nicht nach Figeac wie früher, ist aber ein sehr guter 12er. 17,5/20.

 

2011 Château Magdelaine, St.-Emilion 1er Cru Classé: keine violetten Töne in der Farbe. Eher wenig neues Holz, erste Reifearomen, viel Merlot, Pflaumenkompott.  Mittleres Gewicht, bricht recht schnell ab und wirkt einfach zu weit gereift für sein Alter. Ich hätte mit für das Château einen würdevolleren Abschiedsjahrgang gewünscht. (2011 war der letzte Jahrgang, die Reben gehören seither zu Belair-Monange). 16/20.

 

2002 Pensees de Lafleur, Zweitwein von Lafleur, Pomerol: etwas dumpf und unklar in der Aromatik, leicht grüne Noten. Mittleres Gewicht, nicht allzu lang, ist o.k., aber eben auch nicht mehr. Wird nicht mehr besser, bald trinken. Da ist ein Riesenunterschied zwischen Erst- und Zweitwein. 15,5/20.

 

2002 Château Lafleur, Pomerol: feines neues Holz, klar, präzise, die Aromen sind immer noch sehr jugendlich, schönes Bouquet mit einem Touch grüner Paprika und ätherischen Noten. Hat viel Biss am Gaumen, Länge und Präzision, hat für einen 2002er viel Kraft und wirkt noch verblüffend jung. 18/20.

 

2000 Château la Fleur Petrus, Pomerol: dunklere Farbe mit deutlicher Reife am Rand. Speck und eine leicht grüne Note vom Cabernet Franc im Bouquet, erste Reifearomen, Zigarrenkiste, ätherisch. Eine tolle Nase! Saftig, lang, sehr schöne Aromatik, hat nicht die große Wucht im Finale, ist aber sehr charmant. Ich würde den nicht mehr liegen lassen, besser als jetzt wird er nie schmecken. 18/20.

 

2001 Château la Conseillante, Pomerol: eher hellere Farbe, aber ohne Reifetönung. Feine Nase mit leichter Lakritznote. Griffige Tannine, ist ein wenig stumpf und bricht auch eher schnell zusammen im Abgang. Die Tannine sind mir zu trocken und unfein. 16,5/20.

 

1990 Château l’Enclos, Pomerol: gereifte Farbe, nicht mehr allzu dunkel. Auch in der Nase deutliche Reife, schöne Würze, reifer Merlot mit einer leicht grünen Note vom Cabernet Franc, süß mit Reife. Ich mag das gerne. Mittleres Gewicht, gut balanciert, nicht besonders komplex, aber sehr wohlschmeckend und befriedigend. 17/20. Hat nicht mehr die Klasse wie vor 10 Jahren, baut schon ab.

 

1990 Château de Sales, Pomerol: malzig, derb und alt. Leider ein typischer de Sales, taugt wie immer nichts. 12/20.

 

1988 Clos Fourtet, St.-Emilion 1er Cru Classé: Klarheit und etwas Cabernet Würze. Guter Biss, stoffig, ein Tick zu viel Säure, dadurch entsteht ein ruppiger Eindruck, seine wilde aromatische Art gefällt mir wiederum. 17.

 

1988 Château Cheval Blanc, St.-Emilion 1er Cru Classé „A“: schleichender Kork! Fehlerhafte Flasche.

 

1979 Château l’Evangile, Pomerol: hellere gereifte Farbe. Deutlich grüne Noten, klassisch bis altmodisch, Zedernholz. Am Gaumen eher schlank, aber wohlschmeckend, ein Tick Säure zu viel, nach Leder im Finale, auch hier wieder ein leichter Säureüberhang. 16,5.

 

1979 Château Beausejour Duffau-Lagarosse, St.-Emilion 1er Cru Classé: dunklere Farbe. Viel Karamell und Kaffee in der Nase. Etwas grobschlächtig am Gaumen, nicht verkehrt, aber auch nicht toll. 16/20.

 

1971 Château l’Enclos, Pomerol: erinnert an Speck in der Nase, grüner Tee, Orangenschale. Ungewöhnliche Aromatik. Am Gaumen sind die Tannine etwas trocken, ledriger Eindruck, die Reifesüße balanciert das aber recht gut. Schmeckt. 16,5/20

 

1955 Château Pavie, St.-Emilion 1er Cru Classé: verblüffend junge Farbe, sieht 30 Jahre jünger aus als er ist. Zigarrenkiste, etwas Sauerteigbrot, hat eine feine „kühle“ Note im Bouquet, Zwetschgen. Kraftvoll und sehr lang am Gaumen, durchaus auch Säure, die ihn vital macht, tief und komplex. Keinerlei Müdigkeit am Gaumen, klasse! Wieder mal rockt der älteste Wein die Bude! 18,5/20

 

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