Die Vergessenen aus Südwest - Cahors & Co.

Die Vergessenen aus Südwest - Cahors & Co.

Der schwarze Wein von Cahors, eine Bestandsaufnahme des Weinbaus im Südwesten Frankreichs und die Probennotiz des 1996er Chateau du Cedre "Le Cedre".

Im Jahr 2014 besuchte ich erstmals den Südwesten Frankreichs, also nicht Bordeaux, denn dahin verschlägt es einen als Weinhändler schließlich häufig (und gerne), sondern ins Hinterland, in die wilde Landschaft von Cahors. Wälder, Wein und eine wunderschöne alte Stadt gleichen Namens. Dazu der sagenumwobene "schwarze Wein" von Cahors. Robust, kantig, unnahbar, ein Bauer soll er sein. Früher war das sicher so, was ich jedoch vorfand, waren Weine und Winzer, die in der Moderne angekommen sind. Man hat es hier geschafft, den Charakter der Weine zu behalten, aber die Gerbstoffe zu bändigen. Die Weine sind immer noch wunderbar authentisch, haben aber an Finesse gewonnen. Topselektionen sind von derartig hoher Qualität, dass sie sich nicht vor erstklassigen Bordeaux verstecken müssen. Günstiger sind die Cahors-Weine sowieso.
 

Jedenfalls kam die Erinnerung sofort wieder hoch, als mir die Flasche Château du Cedre „le Cedre“ 1996 in die Hände fiel. Vorfreude, Neugier und die pure Lust auf Malbec.
Hier die Notiz: mittlere bis dunklere Farbe, rubinrot, kaum Alterung. Im Duft dunkle Beeren, Kakao, Pflaumen, rote Johannisbeeren, Herbsttrompeten, ein Hauch Zigarrenkiste, Tulpen, verändert sich mit Luftkontakt. Aromatisch gerade noch „Cool-Climate“ und dabei herrlich ursprünglich. Ist am Gaumen immer noch kraftvoll, einen über 20-Jährigen vermutet man hier erstmal nicht, hat eine richtig tolle Säure, die einem das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt, sehr lang, zeigt Kante, genau die richtige Dosis Tannin und viel Extrakt, kleidet hinten raus mit seiner Reifesüße alles ein. Ist aus dieser perfekt gelagerten Flasche in seiner besten Trinkphase angekommen, beeilen muss man sich nicht. Der macht mir viel Spaß, mehr davon! 

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