Die großartigen 2015er von Perrin

Die großartigen 2015er von Perrin

Die großartigen 2015er von Perrin

Chateau de Beaucastel ist ein alter Begleiter meiner Weinleidenschaft. Den Jahrgang 1988 kaufte ich mir Anfang der 1990er Jahre für meinen privaten Keller, in einer Zeit, in der Châteauneuf-du-Pape noch eher klassisch strukturiert als überreif und exzessiv alkoholisch war. Schon damals war die Familie Perrin ein qualitativer Vorreiter, der Folgejahrgang 1989 mit seinen euphorischen Bewertungen von Robert Parker löste dann einen richtigen Run auf diese Weine aus. Nach Mitte der 1990er Jahre habe ich die Weine der südlichen Rhône dann irgendwie aus den Augen verloren, die immer höheren Alkoholwerte und die Überreife in vielen Weinen mochte ich einfach nicht mehr. 

Im Frühjahr 2017 nutzte ich dann die Gelegenheit, auf der Fachmesse Prowein die gesamte Kollektion der Perrins zu verkosten. Heute produziert Perrin ein umfangreiches Portfolio aus AOCs des gesamten Rhônetals, von den Basisweine wie Ventoux, Luberon, Côtes-du-Rhône über die Crus aus den AOCs Vinsobres, Rasteau, Gigondas und Chateauneuf-du-Pape bis hin zu den Ikonen wie Chateau de Beaucastel und den Einzellagen Gigondas aus über 100-jährigen wurzelechten Rebstöcken.

Schon die „Einstiegsweine“ sind mit so viel Fingerspitzengefühl gemacht, dass man dem einfach Respekt zollen muss. Die Feinheit der Tannine in der gesamten Kollektion ist atemberaubend! An der südlichen Rhône, wohlgemerkt. Frische Tannine in mediterranen Klima! Das Qualitätsniveau steigert sich dann kontinuierlich bis hin zur Weltspitze, was die Perrins 2015 auf die Flasche gebracht haben ist einfach unglaublich gut. Das ist von der Klarheit und Präzision auf viel höherem Niveau als meine Einstiegsjahrgänge ab den späten 1980ern, ohne dass dies auf Kosten der Konzentration geht.

Meine ganz besonderen Empfehlungen aus der Perrin-Kollektion sind der Vinsobres, der mit seinem hohen Syrah-Anteil viel Biss und Noblesse ins Glas zaubert, der Coudoulet de Beaucastel 2015 ist der beste Jahrgang dieses Weines, an den ich mich erinnert kann. Ein ganz besonderes Erlebnis waren die beiden Gigondas (Clos des Tourelles und l’Argnée Vieilles Vignes) aus uralten wurzelechten Reben, die aufgrund ihrer Sandböden von der Reblaus verschont blieben. Eine unglaubliche Kraft und Tiefe ist hier geboten, eine solche Dimension kannte ich aus Gigondas bisher nicht, eine harte hausinterne Konkurrenz für den traumhaften Châteauneuf-du-Pape von Beaucastel.

Bei aller Euphorie für die Rotweine, sollte man die Weißen nicht übersehen. Trotz Ihrer geringen Säure altern diese Gewächse hervorragend und werden in der Flasche über Jahre komplexer. In der Spitze gehören sie zu den größten Weinen Frankreichs und damit der Welt.

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