Château Montrose 1929 bis 2006

Château Montrose 1929 bis 2006

Château Montrose 1929 bis 2006

Das 2. Cru Classé Chateau Montrose zählt zu den Topweingütern des Médoc, mehrere Maximalbewertungen bei Parker und Gabriel unterstreichen das.

Probiert wurde blind in 3er Runden, wobei die darin enthaltenen Jahrgänge bekannt waren.
 

1. Flight - die Alten:
 

1929: mittlere Farbe, orangebraun mit granatrotem Ton. Deutliche Oxidation, Sherrynote, Pilze, flüchtige Säure, geht aber noch. Gute Fülle, druckvoll, die Oxidation ist am Gaumen friedlicher als in der Nase, gute Länge, hat immer noch Kraft! Hinten zeigt sich etwas Säure, das stört aber nicht. Füllstand mittlere Schulter, Korken durchnässt. 17/20.
 

1976: mittlere Farbe, sieht etwas jünger aus als der 79er. Schöne Reifesüße in der Nase, ausgewogen, Erdbeermarmelade, das Bouquet ist leicht kitschig, aber noch sehr vital. Etwas trocken am Gaumen, das wird wohl auch nicht mehr besser, trinkt sich dennoch angenehm. 16,5/20
 

1979: hellere Farbe, eher wenig orange Töne. Schöne Tabaknase, Karamell, leicht grüne Note, elegant und klassisch. Griffig, etwas blechern im Nachgeschmack, aber recht lang. Hat etwas zu viel Säure, was andererseits aber Grip gibt. Ein robuster Typ, ist ok, aber nicht mehr. 16/20.
 

2. Flight - die kleinen Jahre:
 

1991: mittlere Farbe, hellerer Rand. Laktische Noten, Buttermilch, Preiselbeeren. Zupackende Tannine zu Beginn, dann mit guter Fruchtsubstanz. Dieser ist der beste der drei kleinen Jahre 1991-1993. 16,5/20.
 

1992: mittlere Farbe, heller Rand. Deutlich nach Walnuss, dazu etwas künstlich wirkendes Kirscharoma. Ein schlanker Typ, aber ausgewogen, leider wird er immer saurer an der Luft, kein gutes Zeichen. Hinten hat er wieder das Kirscharoma. Bricht an der Luft zusammen. Schnell austrinken. 15,5/20.
 

1993: mittlere Farbe, hellerer Rand. Grüne Noten in Kombination mit leichter Reifesüße, sowie eine feine „Kühle“ im Bouquet. Ein schlankerer Typ, recht lang, hinten dominieren die leicht pelzigen Tannine, er bricht zu schnell ab. 16/20.
 

3. Flight - die Legenden und der 88er:


1988: mittlere Farbe. Leicht grüne Noten kombiniert mit schokoladiger Süße und Marzipan, eine schöne Nase. Guter Körper, aber sehr zupackende Tannine, hinterlässt einen Kreideeindruck im Mund. An der Luft wird er runder, entwickelt sich positiv, hat noch viel Zeit. 17,5./20
 

1989: mittlere bis dunklere Farbe. Tolle Nase, ausladend, ätherisch, kräuterwürzig, süß und tief, sehr komplex, das Aroma verändert sich ständig, man entdeckt immer wieder Neues. Öliger Extrakt, fast dick und trotzdem ungeheuer vital, ein Kraftpaket, der enorme Extrakt kleidet alles wundervoll ein. Wild und groß! 19,5+/20.
 

1990: mittlere bis dunklere Farbe. Ist weicher in der Frucht als sein Vorgänger, sauberes Zedernholz, fast wie ein Lafite, leicht nach Minze, dann Leder. Enorme Tiefe, ist dunkler im Geschmack als die Nase andeutet, das könnten die Reste vom Barriquetoast sein. Öliger Extrakt, wird immer süßer an der Luft. Er ist weniger spektakulär als der 89er und war deshalb bei fast allen Probenteilnehmern „nur“ die Nummer zwei. 19/20
 

4. Flight - die guten 90er:
 

1994: mittlere Farbe. Ganz leicht laktisch, relativ verhalten in der Nase. Guter Biss am Gaumen, lang, hat viel Kraft und klassischen Grip, langes Finale. Ein wirklich guter 94er! 17,5/20.
 

1995: mittlere Farbe. Ein Hauch Karamell, es fehlt die große Klarheit in den Aromen, Leder. Etwas schlank, aber wohlschmeckend, ganz leicht bitter. Hinten raus fehlt wieder die Klarheit. Eine schwache Flasche 95er Montrose, den hatte ich schon viel besser, eventuell hatte auch der Korken einen schlechten Einfluss, die fehlende Klarheit und die leicht bittere Note deuten darauf hin. Hatte sich auch am nächsten Morgen nicht berappelt. 17?
 

1998: mittlere bis dunklere Farbe (dunkler als 94 und 95). Mineralische Kühle und Feinheit in der Nase, sehr elegant. Großer Druck am Gaumen, saftige Frucht, deutlich nach Kirsche, sehr lang, fein und edel. Noch liegen lassen. War auch am nächsten Tag noch top in Schuss. 18,5/20
 

5. Flight 2001 bis 2003 - alle stilistisch verschieden, aber ähnlich gut:
 

2001: mittlere Farbe. „Süße“ Nase, ausladend, ist weiter entwickelt als der 03er, leicht nach Leder im Bouquet. Gute Fülle, strukturiert, lang, guter Grip, gefällt in seiner klassischen Art. 18/20.
 

2002: mittlere bis dunklere Farbe. Ein leichter Rosinenton in der Nase, Leder. Kraftvoll, voluminös, hat viel Kraft, aber nicht die ganz große Klarheit in den Aromen. Ein wirklich toller 2002er, der alles aus dem Jahrgang rausholt. 18?
 

2003: mittlere bis dunklere Farbe. Merklicher Holzeinfluss, auch hier wieder laktische Noten. Guter druck am Gaumen, schmeckt noch sehr jung, gute Fülle. Bei aller Fülle wirkt er so „hingekünstelt“, etwas kitschig und glatt in der Frucht. Baut auf an der Luft, ist aber weit weg von den 100 Parker-Punkten. 18/20
 

6. Flight - zwei sehr gute und ein Großer:
 

2004: mittlere bis dunklere Farbe. Röstnoten, Veilchen, duftig und einnehmend im Bouquet, Kräuterwürze, Zedernholz. Har Grip und Länge, ist aber noch nicht 100% verwoben, etwas glatt hinten raus, baut aber immer mehr Struktur auf mit Luftkontakt. 18/20.
 

2005: mittlere bis dunklere Farbe. Schöne Nase, Lebkuchensüße, ein Hauch Überreife, Cabernet. Opulent, weich, anfangs sogar etwas schwammig, baut dann aber viel Druck auf, komplex, kraftvoll, sogar etwas streng, hat eine „positive Gewalt“ am Gaumen. Wird groß werden, das dauert aber noch 10 Jahre! 19/20.
 

2006: mittlere bis dunklere Farbe, leicht violett. Leicht laktisch, fruchtig, ausgewogen. Guter Druck am Gaumen, subtil und lang, wird allerdings trockener an der Luft. 17,5/20.
 

Ein toller Abend mit hervorragenden Weinen und perfekten Gästen! Danke auch an euch alle!

Frank Rembold

 

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