Burgunder Bottleparty

Burgunder Bottleparty

Burgunder Bottleparty

Nachstehend finden sich meine Notizen zum tollen Burgunder-Weinabend. Vielen Dank auch an Thomas Werdelmann für die Organisation und an das Team vom Upper Eat Site in München, auf die unkomplizierte und freundliche Atmosphäre und die erstklassigen Speisen freue ich mich jedes Mal. Weiter so!

 

Die Weißen:

2013 Chassagne-Montrachet, Niellon: zarte Holznote, wenig bis kein Neuholz, schöne Nase. Mittleres Gewicht, ein Tick Säure, guter Biss, frisch, elegant. 16,5+/20.

 

1998 Chassagne-Montrachet, Sauzet: oxidiert! Premox. Der Link erklärt es. 10/20.

 

2005 Meursault 1er Cru Charmes, Potinet-Ampeau: junge Nase, kaum Alter, zartes Holz, sehr schöne Balance. Viel Druck am Gaumen, lang, ausgewogen und strukturiert, ist für einen Meursault eher „kühl“ und frisch, mit sehr guter mineralischer Tiefe. 18/20.

 

2004 Meursault „Clos de la Barre“, Antoine Jobard: goldgelbe Farbe. Nüsse, leicht nach Honig, Bratapfel, wirkt weit gereift. Schlank, recht viel Säure, ist nicht allzu dicht, es fehlt die Klarheit und Eleganz am Gaumen. Beginnende Oxidation. 16/20.

 

1996 Chevalier-Montrachet, Niellon: goldgelber Touch in der Farbe. Schöne Nase mit buttrigen Noten, Gemüse, hat etwas Grünes und eine leichte reife, tolle Nase mit viel Spiel. Tiefe und Biss am Gaumen, keine allzu große Opulenz, geradlinig, klar und viel Durchzug. 18,5/20.

 

1985 Bourgogne blanc, Leroy: gesunde Farbe, leicht goldgelb. In der Nase nach Butter und Karamell, schöne Reife. Tolle Struktur und viel Körper für einen Bourgogne AOC, mittleres Gewicht. Verblüffend gut in Schuss für die Klasse. 16,5/20

 

 

Die Roten:

2009 Fixin 1er Cru les Hervelets, Pierre Naigeon: kein Neuholz, schöne Nase, klarer Pinot Noir, etwas Marzipan. Recht gute Fülle, ordentliche Länge, ausgewogen, einigermaßen tief. Etwas neues Holz hätte dem Wein gut getan. 16,5/20

 

2011 Gevrey-Chambertin Lucien Boillot: würzige Pinotfrucht, ein ganz leichter Hitzeton, ein wenig Aceton. Vorne mit gutem Biss, strukturiert, Karamell im Nachhall. Wird karger an der Luft. Keine schlechten Anlagen, aber ein wenig schlampig und lieblos gemacht. 16/20

 

2007 Spätburgunder Schlossberg GG, Bernhard Huber (Baden): schöne Nase, aber deutlich als „Nichtburgunder“ erkennbar, riecht deutsch (trotz französischer Pinot-Klone). Druckvoll, leicht spröde Tannine, die auch einen leicht bitteren Eindruck hinterlassen, aromatisch ist er jung, gute Länge. 17+/20 (blind probiert)

 

1998 Gevrey-Chambertin, Louis Latour: leicht nach Leder in der Nase. Klar, mit einem Tick Sterilität, Tiefe hat er keine, wirkt jung für sein Alter, ist aber auch langweilig und ein wenig steril (bei Louis Latour wird die Maische pasteurisiert). 16/20

 

2009 Nuits-Saint-Georges, Arnoux-Lachaux: alkoholische Nase, keine Klarheit, die Hitze des Jahrgangs kommt durch, fein ist das nicht. Sehr konzentriert, aber auch viel Alkohol. Das ist nicht das Burgund, wie ich es liebe. 16/20

 

2005 Nuits-Saint-Georges „les Poisets“, Robert Arnoux: leicht rosinige Aromen in der Nase, intensiv, aber kaum als Pinot Noir zu erkennen, Alkohol. Alles was den Pinot Noir ausmacht, finde ich hier nicht, die Tannine sind fast brachial, hat keine Grazie. Vielleicht braucht er auch noch 20 Jahre um das alles zu zeigen, ich bleibe aber skeptisch. 16,5+?/20

 

2006 Nuits-Saint-Georges 1er Cru Chaignots, Mugneret-Gibourg: verhaltene Nase, jung, recht viel Holz, wenig Fruchtnoten, ganz leicht rosinig. Präzise am Gaumen, tolle Säure, lang, das ist der Grund, warum Burgund mich kickt, der ist federleicht, superelegant und druckvoll zugleich. Toll! 18,5+/20

 

1993 Corton, Bonneau du Martray: reife Nase, Käse und alte Socken, ein wenig nach Gummibären, keine Klarheit in der Nase. Recht guter Biss durch seine Säure, allerdings ist dadurch auch leicht sperrig hinten, nicht allzu lang. So lala. Bald Austrinken. 16/20

 

1955 Pommard, Ludwig von Kapff: leicht nach altem Holzschrank, Pilze, immer noch vitale Nase. Ausgewogen am Gaumen, gute Säure, lang und verblüffend gut in Schuss. Lecker Altwein. 17/20. Ob das damals reiner Pinot Noir war, oder mit südlichen Weinen verstärkt wurde? Egal, er schmeckt!

 

2011 Spätburgunder Höhenflug „SP“, Hensel (Pfalz): brachialer Toast, intensiv speckig, aufdringlich wie die Jayer-Gilles Weine Anfang der 90er Jahre. Gute Fülle, hat Biss, an sich kein schlechter Basiswein, wäre da nicht der derb wirkende Holzeinsatz. 16,5/20

 

 

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