Burgenland at its best!

Burgenland at its best!

Burgenland at ist best! Degustation am 20.10.2016 Tonhalle/München

Burgenland at ist best! Am 20.10.2016 Tonhalle/München

Die stattliche Anzahl von 74 Winzerbetrieben hatte den Weg vom Burgenland nach München angetreten, um ihre aktuellen Weine zu präsentieren. Vielen Dank für die perfekte Organisation an Culinarium Bavaricum und Wein Burgenland.

Neben Neuentdeckungen für unser Sortiment (dazu später mehr) galt mein Interesse vor allem dem Burgunder des Ostens, wie ich ihn gerne nenne, dem Blaufränkisch. Er ist zwar nicht mit dem Pinot Noir verwandt, hat aber wie dieser die Fähigkeit, sehr sensibel auf Boden, Klima und Machart zu reagieren und hat eine vergleichbar kühle und subtile Art, wenn er gut gemacht ist.

Wer jedoch übertreibt, den bestraft der Blaufränkisch mit breiten und sperrigen Weinen, die häufig ein Rosinenaroma mitbringen, der ein oder andere Wein war auch ziemlich großzügig mit dem Barriquefass traktiert.

Aber es gibt sie, die subtilen, fesselnden Weine, glasklar in der Struktur, frisch in der Frucht, mit schöner Länge und gutem Lagerpotenzial. Besonders positiv vielen mir diese Weine auf:

2015 Blaufränkisch Classique, Weingut Pöckl: ein ziemlich konzentrierter „Einstiegswein“, viel Frucht, saftig, nicht der subtilste, aber sehr mundfüllend und balanciert, für um die 10 € zudem preiswert.
 

2013 Blaufränkisch Reserve DAC „Biiri“, Hans Igler: feine Würze, kühle Frucht, passendes Holz und vor allem sehr feine Tannine, Trinkfluss. Sehr gut!
 

2013 Blaufränkisch Selection, Weingut Tesch: duftig, neues Holz, gute Tiefe. Klarheit und Balance, vielleicht ein Tick zu üppig in der Frucht, passt trotzdem - Stilfrage.
 

2009 Blaufränkisch Mittelburgenland DAC Ragaberg, Michael & Gregor Wolf: verblüffend frisch für sein Alter, etwas Holz, sehr fein abgestimmt, hat Druck, Frische und Länge. Ist preiswerter und besser als einige große Namen.
 

2012 Blaufränkisch Grande Reserve, Piribauer: trotz merklichem Holzeinsatz ist er eher auf der feinen Seite, gute Struktur, kühle Frucht, schlank und lang im Finale. Hat was!

Interessant war auch die erste Begegnung mit dem hochgelobten Rotweinjahrgang 2015. Hier gibt es vollreife voluminöse Weine, oft bereits in der Einstiegsliga. Für die Basis gibt es eine unbedingte Kaufempfehlung von meiner Seite, so viel Konzentration bekommt man bei diesen Weinen nur selten. In der vermeintlichen Spitze würde ich das Ganze differenzierter sehen, einige Winzer/innen waren  offenbar zu euphorisch und haben bisweilen zu spät gelesen, was sich in Alkoholgraden um die 14,5% bemerkbar macht. Diesen hohen Alkoholgehalt zu balancieren ist eine Herausforderung, die nur wirklichen Meistern ihres Fachs gelingt. Daher noch mehr als sonst schon auf seriöse Erzeuger achten und im Zweifelsfall zu dem Wein mit geringerem Alkoholgehalt greifen.

"Unser" Weingut Salzl war auch vertreten und präsentierte einen sehr gut gelungenen 2015er Zweigelt Neusiedlersee DAC, so füllig war dieser Wein vorher nie, der hervorragende Jahrgang zeigt hier was er kann. Sehr gut auch der frisch auf den Markt gekommenen 2014 Zweigelt Reserve mit schöner Barriquenote, geschmeidiger Frucht und bester Balance. Trotz des nicht einfachen Jahrganges sehr gut gelungen.
Der Merlot Reserve 2014 glänzt durch seine elegante Neuholznote, einem sehr guten Extrakt und seiner exakten Balance. Passt! 
Die Cuvée 3-5-8 aus dem Jahr 2013 ist eine 50/50 Kombination aus Cabernet & Merlot. Auch hier viel neues Holz, aber bestens zum Wein passend, guter Biss, mir scheint er etwas frischer und knackiger zu sein als frühere Jahrgänge, was meiner persönlichen Vorliebe zu strukturierten Weinen sehr entgegenkommt. Große Klasse auch hier. 

 

Frank Rembold

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