2012er Pinot Noir/Spätburgunder Vergleich

2012er Pinot Noir/Spätburgunder Vergleich

Pinot Noir-Blindprobe weltweit am 24.07.2015

Aus einer Laune heraus beschlossen um zu sehen, was die Konkurrenz des Burgunds so macht und ob stilistische Unterschiede zu erkennen sind. Die Spitze rückt jedenfalls zusammen, die absolute Spitze belegten trotzdem zwei Burgunder, Chapelle-Chambertin von Perrot-Minot und der Vosne-Romanee von Mugneret-Gibourg. Beide wurden in der Blindprobe auch als Burgunder erkannt. Knapp dahinter für mich der Wageck Geisberg, dann folgten der Gevrey Vieilles Vignes von Fourrier, der J. Christopher aus Oregon und der Kalmit von Kranz, die alle vor ein paar renommierten Burgundern landeten. Einzig wirklich schwacher Wein war der Schug aus Kalifornien.

 

1. Runde:

2012 Pinot Noir Geis‘erg, Wageck/Pfalz: viel Toast, fruchtig, aber nicht zu arg (stand blind neben 2 Burgundern). Schöner Biss, gewinnt an Struktur an der Luft, lang, opulent, aber dank der perfekten Säure nie breit. (18+).

2012 Chapelle-Chambertin, Perrot-Minot/Burgund: dezenter Toast, hat Tiefe in der Nase, ätherische Noten, Kakao. Guter Grip, hat Tiefe, ausgewogen, Komplexität und Biss, dennoch auch viel Charme. (18,5).

2012 Gevrey-Chambertin 1er Cru, Denis Mortet: leicht röstig, fruchtige Nase, wird leicht minzig, Vanille. Anfang etwas hohl, gewinnt an der Luft, die Nase wird feiner, etwas Alkohol, gute Länge. (17,5). Kam lange nicht an den fantastischen Chambolle-Musigny "aux Beau Bruns" vor ein paar Wochen heran.

 

2. Runde:

 

2012 Pinot Noir Sonoma Coast, Schug/Kalifornien: Röstnoten, Brot, Sauerteig, gekörnte Brühe. Am Gaumen etwas sperrig, der ist seltsam karg und alkoholisch zugleich. Schwach. (15).

2012 Gevrey-Chambertin Vieilles Vignes, Fourrier/Burgund: fruchtig, anfangs leicht alkoholisch riechend, das geht dann aber weg, feines Holz. Kühle Aromatik, viel Biss, lang und griffig, schöne Säure, hinten (noch) etwas karg, hat Stil. (18).

2012 Pinot Noir, Hamilton-Russsell/Südafrika: anfangs leicht nach Lösungsmittel, dann Röstaromen, Kakao, Eukalyptus, wirkt leicht künstlich. Hat Biss, guter Körper und Struktur, aromatisch gefällt er mir weniger. (17).

 

3. Runde:

 

2012 Dundee Hills Pinot Noir „Sandra Adele“, J. Christopher/Oregon: feiner Typ, tolles Holz in der Nase, fruchtige Tendenz mit leicht süßem Touch. Druckvoll, lang, ausgewogen, komplex, wird saftiger an der Luft, hat Dampf. (18).

2012 Vosne-Romanée, Mugneret-Gibourg/Burgund: dezentes und feines Holz, Röstaromen, ätherische Note, hat Tiefe. Guter Biss, hat Säure, ist lang und griffig, sehr lang sogar, aromatische Tiefe und Intensität. Klasse! (18,5). Ein Wahnsinns-Village!

2012 Gevrey-Chambertin 1er Cru Petite Chapelle, Rossignol-Trapet/Burgund: leicht grüne Note, wenig Holz, relativ belanglose Nase. Gute Fülle, hat Stil, relativ weich am Gaumen, aber mit guter Länge. (17,5).

 

4. Runde:

 

2013 Pinot Noir „Albi“, Winzerkeller Strasser/Schweiz: sehr fruchtig, intensives Bouquet, das allerdings eher an einen Sauvignon Blanc als an einen Pinot Noir erinnert, grüne Noten. Mittleres Gewicht, gute Struktur, nicht allzu tief und komplex, aber recht elegant, eher ein schlanker Typ mit ungewöhnlicher Aromatik. (16,5). Einziger 2013er der Runde.

2012 Pinot Noir Melandor, Uli Metzger/Pfalz: mittlere Pinotfarbe. Toast, das Holz dominiert das Bouquet, etwas grüner Tee. Opulent, saftig, eher ein molliger Typ Pinot, lang, ausgewogen und charmant. (17,5).

2012 Spätburgunder Kalmit GG, Boris Kranz/Ilbesheim: mittlere Pinotfarbe. Ätherische Note in der Nase, mittleres Holz. Am Gaumen griffig, etwas rauchig hinten raus, toller Druck, hat Säure. Einziges Manko: er wirkt leicht grobschlächtig. Eventuell legt sich das aber noch mit weiterer Reife. (17,5+).

 

 

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