HE Dausch - Himbeere statt Cassis

HE Dausch - Himbeere statt Cassis

Weinverkostung mit HE Dausch, dem Pinot-Magier aus der Pfalz.

Selbstbewusst tritt er auf, der HE (Hans Erich) Dausch, Spätburgunder aus deutschen Klonen macht er, ausschließlich Spätburgunder, um diesen dann "Pinot Noir" zu nennen. Die Trauben stammen aus einem weitgehend unbekannten Örtchen namens Eschbach in der Südpfalz, der Lagenname ist „Hasen“.  Ausgebaut werden seine Weine im weit entfernten nordpfälzischen Laumersheim, beim Weingut Knipser – endlich ein bekannter Name! Ausgebaut werden die Weine in zu 100% neuen Barrique-Fässern der berühmten Tonnellerie Francois Frères - noch ein bekannter Name.

Es geht HE Dausch nicht um Konzentration auf Teufel komm raus, sondern um Noblesse. Er mag die frischen Aromen, die rotbeerigen, eben lieber Himbeere als Cassis. Der Alkoholgehalt soll zwischen 13 und 13,5% liegen, mehr nicht.

HE ist konsequent. Im schwierigen Jahrgang 2013 füllte er gerade einmal 600 Flaschen (Normalmenge ca. 3000 Flaschen jährlich). Mindere Trauben ließ er einfach am Stock hängen, er wolle schließlich keine 10 € Weine produzieren, sagt er. Man könnte das als Arroganz auslegen, ich sehe das aber anders. Es ist das Ziel, es geht um die Spitze, das maximal Machbare. Produziert die Domaine Romanée-Conti etwa einen 10 € Wein?

Gut, ganz in dieser Liga spielt HE Dausch noch nicht, aber seine 2014er Pinot Noir Fassprobe ist der wohl beste deutsche Rotwein, den ich je am Gaumen hatte. Ein komplexes Pinot-Monument mit Balance auf extrem hohem Niveau, reife Tannine, frische, glasklare Frucht, perfektes Holz, unglaublich viel Zug, fast nullfruchtig und schon gar nicht marmeladig (wie es bei vielen deutschen Pinots immer noch der Fall ist), mineralisch, tief, Spannung pur. Hier stimmt einfach alles.

Wirklich toll auch die Weine aus den Jahren 2013, 2012 und 2011, etwas schwieriger die 2009er, mit ihrer leicht oxidativen Hitzenote, die dem warmen Jahrgang geschuldet ist. Jeder dieser Weine war ein handwerklicher Wein mit eigener Persönlichkeit. Weine die fesseln, bisweilen auch polarisieren, aber ganz sicher individuell sind, unverwechselbar, und danach sucht der wirkliche Weinfreak schließlich. Mich haben sie begeistert. Danke!

 

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